Ziele und Visionen auf dem Weg zur Radstadt

Was bedeutet RADSTADT?

Ziel ist es, die Stadt in allen Bereichen des täglichen Lebens und der Freizeit fahrradfreundlich zu entwickeln und so den Anteil der Radfahrer am Verkehr zu erhöhen. Im Alltag und im Urlaub soll das Fahrradfahren selbstverständlich werden, jeder gern bei uns radeln. Das heißt:

  • Wir passen die innerstädtische Infrastruktur an die Radfahrer an – jeder fühlt sich auf dem Fahrrad sicher und kann auf gut ausgebauten Radrouten bequem durch die Stadt fahren.
  • Das Fahrrad hat einen wichtigen Stellenwert als Verkehrsmittel – Radfahren ist "in" und deshalb gehört es auch zum positiven Image, statt mit dem Auto Fahrrad zu fahren.
  • Touristisch richtet sich die Stadt auf das Thema Radfahren aus – unsere Gäste verbinden mit "Sonthofen" die Gedanken an einen schönen Urlaub in reizvoller Natur mit vielfältigen Radel-Möglichkeiten und gutem Service dazu.
  • Das Radwegenetz und die Anbindung an überregionale Radrouten wird weiter ausgebaut – gut beschilderte Strecken verbinden die Stadt mit der Umgebung und führen die Freizeitsportler in die Natur, egal ob Genussradler, Mountainbiker oder Rennradler.
  • Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind uns wichtig – jeder Meter, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, spart CO2 Ausstoß und reduziert den Autoverkehr.
  • Radsportveranstaltungen dienen als Multiplikator – Sonthofen ist bekannt für seine Radevents und begeistert damit viele internationale Gäste.

Radtour rund um Sonthofen

Sonthofen kann das ...

  • weil wir inmitten herrlicher Landschaft liegen, die für alle Varianten des Radfahrens Strecken bereithält.
  • weil unsere Innenstadt bereits viel Fahrradfreundliches bietet.
  • weil der Radverkehr in unserer Stadt bereits einen großen Anteil einnimmt und immer mehr Menschen bereit sind, sich umweltfreundlich und gesund fortzubewegen.
  • weil sich durch Radeln über kurze Wege die Innenstadt mit den Außenbereichen verbinden lässt.
  • weil sich Sonthofen durch seine zentrale Lage im Oberallgäu bestens als Ausgangspunkt für Radtouren eignet.
  • weil wir bereit sind, mit viel Engagement und gemeinsam nachhaltig zu handeln und unsere Stadt zum Positiven zu verändern.

Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts

Es wurde durch das Institut für innovative Städte Röthenbach an der Pegnitz im Auftrag der Stadt Sonthofen ein Radverkehrskonzept erarbeitet, das die zwei folgenden wesentlichen Elemente umfasst:

Netzplan mit Haupt- und Basisrouten – Während für die Basisrouten verschiedene Führungsformen in Frage kommen können (z.B. Radfahr- und Schutzstreifen, kombinierte Geh- und Radwege, Tempo 30-Zonen mit Begleitmaßnahmen), werden an Hauptradrouten höhere Anforderungen gestellt. Diese sollten größere Radverkehrsmengen abwickeln können bzw. ein Überholen ermöglichen, ein konstantes Fahren bei Geschwindigkeiten bis 25 km/h gewährleisten und auch für Kinder, Familien oder Senioren geeignet sein (Sicherheitsempfinden!). Für Hauptradverbindungen eignen sich daher besonders eigene Radwege (getrennt vom Fußverkehr) und Fahrradstraßen.

Handlungskonzept – Das Handlungskonzept basiert auf der Netzkonzeption und beinhaltet einen Maßnahmenkatalog zur Realisierung des Radverkehrsnetzes mit Haupt- und Basisrouten in Sonthofen. Darüber hinaus werden u.a. Maßnahmen zur Kommunikation und Instrumente zur Erfolgsmessung und zum Controlling empfohlen. Ebenso wird eine Energie- und Treibhausgasbilanzierung erstellt. Die Erstellung des Radverkehrskonzeptes wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Dem Radverkehrskonzept liegen die zentralen Regelwerke und der aktuelle Stand der Technik zugrunde. Dazu zählen die Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL), Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RaSt), die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) und Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) und alle nachgelagerten Regelwerke.

Das Radverkehrskonzept wurde zwischen dem 1. November 2017 und 30. Oktober 2018 erstellt. Die Erstellung des Radverkehrskonzeptes erfolgt unter enger Beteiligung mit dem Netzwerk fahrRAD und unter Abstimmung mit dem Stadtrat der Stadt Sonthofen. Das Radverkehrskonzept liefert eine planerische Grundlage für städtebauliche Entwicklung Sonthofen für die nächsten 15 Jahre. 

Auf dem Weg zur RADSTADT

Wichtig ist uns, auf dem Weg zu den genannten Zielen alle Beteiligten aus Bürgerschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung mitzunehmen. Mit viel Engagement haben sich dazu bereits mehrere Arbeitsgruppen zusammengefunden, die in bunter Zusammensetzung Ideen entwickeln, Anregungen aufnehmen und die Maßnahmen gemeinsam umsetzen. Hervorzuheben ist dabei die Gruppe Netzwerk fahrRAD, die bereits seit vielen Jahren das Thema Fahrradfreundlichkeit begleitet. Weitere Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.

Ergebnisse im Fahrradklimatest 

Zum dritten Mal in Folge, nach 2020 und 2022, ist es Sonthofen im Jahr 2024 gelungen, mit der Fahrradfreundlichkeit zu punkten und einen Platz auf dem Siegerpodest einzunehmen. Bei der aktuellen Befragung ist die Alpenstadt wieder Siegerin in Bayern in der entsprechenden Kommunengröße. Deutschlandweit belegt Sonthofen den zehnten Platz unter 429 Kommunen und darf sicherlich stolz auf das Ergebnis sein. Das Ranking wird in Form von Schulnoten dargestellt und Sonthofen kann hier auf eine solide 3,17 blicken. Dies zeigt, vieles wurde richtiggemacht, es gibt aber auch noch weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Nachholbedarf besteht immer noch bei der Fahrradmitnahme im ÖPNV. Auch bei der Ampelschaltung für Radlerinnen und Radler sahen die 164 Teilnehmenden Defizite. Punkten konnte Sonthofen mit den geöffneten Einbahnstraßen im Gegenverkehr für Radler und einer guten Erreichbarkeit des Stadtzentrums.

 „Mein Dank geht an alle, die täglich in die Pedale treten – nicht nur bei Sonnenschein“, so Bürgermeister Christian Wilhelm. „Dieser erste Platz gehört den Menschen in der Stadt Sonthofen. Und er zeigt: Auch eine Alpenstadt kann die Fahrradstadt im Allgäu sein – und das liegt daran, dass man bei uns nun Fahrrad fahren will, weil es bequem ist und Spaß macht!“

 Aufbauend auf einem Radverkehrskonzept hat die fahrradfreundliche Kommune in den letzten neun Jahren einiges geleistet. Die erste Fahrradstraße im Oberallgäu, Abstellanlagen an frequentierten Orten (sogar eine direkt am Gleis 1 des Bahnhofs), Erweiterung der Schutzstreifen und ein eigener Bike-Park sind nur ein Auszug der Maßnahmen, die in den letzten Jahren zu mehr Fahrradfreundlichkeit in Sonthofen geführt haben.

Aktuell sind im letzten Herbst flächendeckend in der Fußgängerzone einheitliche Fahrradbügel installiert worden, und auch das Laden des E-Bikes am Alemannenplatz ist jetzt möglich. Zudem sind im Zuge der Sanierung der Bahnhofstraße im Frühjahr diesen Jahres Schutzstreifen für Fahrradfahrer angebracht worden. Aktuell ist das Team im Rathaus dabei, die Erweiterung der Fahrradstraße in Richtung Norden im Bereich der Goethestraße zu planen, um hier einen sicheren Anschluss an die Unterführung unter der B 308 zu gewährleisten.

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