Sonthofen als Fairtradestadt

Als 8. Stadt Deutschlands wurde die Stadt Sonthofen am 10. Dezember 2009 von der Organisation TransFair e.V. für ihr Engagement im fairen Handel mit dem Titel „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Sie gehört damit zu den über 2.000 Fairtrade-Towns weltweit – darunter London, Rom, Brüssel, San Francisco und fast 300 Gemeinden in Deutschland. Die Auszeichnung wurde möglich, weil sich viele Menschen in Sonthofen in Schulen, Vereinen, Kirchen, Gastronomie und Einzelhandel sowie in Stadtrat und Stadtverwaltung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel einsetzen.

 

Das nachhaltige Engagement der Stadt Sonthofen für den fairen Handel hat seinen Ursprung im Alpenstadtjahr 2005. Mit der Sonthofer Erklärung zum Global Marshall Plan machte es sich die Stadt zum Ziel, mehr für den fairen Handel zu tun. Es folgten verschiedene Veranstaltungen wie z.B. Kaffee- und Schokoladenverkauf durch die Bürgermeister im Weltladen, ein faires Frühstück auf dem Marktanger und viele andere Aktivitäten in enger Zusammenarbeit mit dem Weltladen.

Wissenswertes

Fünf Kriterien müssen erfüllt sein, um "Fairtrade-Stadt" zu werden:

  • Stadtratsbeschluss zum Konsum Fairer Produkte durch den Stadtrat
  • Gründung einer Steuerungsgruppe
  • 5 Geschäfte und 3 Gastronomiebetriebe verwenden oder verkaufen Faire Waren
  • Verwendung Fairer Produkte in öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Vereinen, Kirchen)
  • Begleitung des Projektes durch die Presse

Nach Erfüllung aller Kriterien und Prüfung durch TransFair e.V. wird der Titel "Fairtrade-Stadt" (bzw. Gemeinde/Kreis) für zunächst zwei Jahre vergeben. Nach Ablauf dieser Zeitspanne erfolgt eine Überprüfung, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind. Im Dezember 2020 wurde festgestellt, dass Sonthofen die Kriterien weiterhin erfüllt und somit für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Stadt führen darf. 
Die Aktion läuft weltweit.

Der Faire Handel ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel: Er bietet benachteiligten Produzenten in den Ländern des Südens eine faire Chance, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz dauerhaft zu sichern.

Es geht um gute Produkte zu fairen Preisen, die Produzenten nicht in den Ruin treiben, sondern ein Leben in Würde sowie Investitionen in die Zukunft ermöglichen. Es geht aber auch darum, über Bildung, Information und politisches Handeln Ideen und Schritte hin zu einem gerechteren Welthandel aufzuzeigen.

Was bedeutet das Fairtrade-Siegel?


1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

TransFair handelt nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair ist also keine Marke, sondern zeichnet Produkte mit einem Siegel aus, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt wurden. Zu den Aufgaben von TransFair gehören auch Marketing und die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, um das Fairtrade-Siegel und den Fairen Handel bekannter zu machen.

Die unabhängige Überwachung der Einhaltung der Regeln des fairen Handels seitens der Lizenznehmer prüft die internationale Zertifizierungsstelle FLOCERT. Seit 2003 ist das Fairtrade-Siegel in vielen Ländern einheitlich gestaltet. Mittlerweile können fair gehandelte Produkte in 24 Ländern am einheitlichen Fairtrade-Siegel erkannt werden.

Wer profitiert vom Fairen Handel?


Der Faire Handel fördert gezielt die besonders benachteiligten kleinbäuerlichen Familien und deren Selbsthilfeeinrichtungen. Die Organisationen setzen sich für die nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein. In den Genossenschaften vor Ort sind die Kleinbauern an allen wichtigen Entscheidungen direkt und demokratisch beteiligt. Dies gilt insbesondere für die Kontakte zum Management, aber auch für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.

Bei Plantagenprodukten wie Tee, Orangen und Bananen werden die Pflückerinnen und Pflücker gefördert. Sie sind die am meisten benachteiligten Glieder der Produktionskette, und der Faire Handel hilft ihnen, selbstbewusster im internationalen Handel zu agieren. Die Betriebe und Plantagen verpflichten sich zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Mindeststandards. Vertreter der Plantagen und der Tagelöhner bilden ein Gremium, das so genannte Joint Body, das über die Verwendung der Fairtrade-Prämien entscheidet. Die Produzenten bilden sich in den Bereichen Produktionsverfahren und Marketing weiter. Darüber hinaus werden Sozialprojekte wie Schulen, Gemeinschaftsräume, Werkzeug, Brunnen, Apotheken, Schulstipendien und vieles mehr finanziert. Insgesamt profitieren rund 700 Bauernkooperativen und Plantagen in 58 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas vom Fairen Handel mit dem Siegel; darin sind rund 1,6 Millionen Bauern und Arbeiter vertreten. Und wir Konsumenten in Deutschland profitieren von der guten Qualität der Fairtrade-Produkte und erhalten Produkte, die mit großer Sorgfalt hergestellt wurden, ausgezeichnet schmecken und nicht mit Pestiziden belastet sind.

Partner des Fairen Handels


Für den Fairen Handel in der Region stehen die Weltläden Oberallgäu:

Sonthofen, Schlossstraße 4
Oberstdorf, Oststr. 24
Immenstadt, Bahnhofstr. 2
Kempten, Promenadestr. 1

>> Weitere Infos www.weltladen-oberallgaeu.de

Regionale Landwirtschaft und Fairer Handel mit den Entwicklungsländern gehören zusammen: Täglich konsumieren wir neben heimischen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch, Käse, Obst, Brot usw. auch Kaffee, Schokolade, Bananen, Orangensaft - Lebensmittel aus Rohstoffen, die bei uns nicht wachsen und im Süden der Welt oft von Kleinbauern angebaut werden.

Weltweit hungern 1 Milliarde Menschen, 50 % davon sind Kleinbauern.

Der Faire Handel ermöglicht den Kleinbauern im Süden

  • Ernährungssicherheit
  • Schulbildung für Kinder
  • Medizinische Grundversorgung
  • Genossenschaftliche Organisation und Beratung
  • Infrastrukturelle Maßnahmen
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • ein Leben in Würde

Dinge, die für uns selbstverständlich sind.

Faire Bedingungen und gute Absatzmärkte für die Bauern in der Region und in den Entwicklungsländern sind daher das große Ziel von "Bio-Regional-Fair".

Mal NICHT beim DISCOUNTER einkaufen - warum?


Weil Fairness für den Konsumenten und den Erzeuger nicht zum Dumpingpreis erhältlich ist!

 

Mit dem Kauf z.B. von regionaler Milch zum angemessenen Preis wird

  • der Fortbestand vieler Milchbauern
  • der Erhalt unserer großartigen Kulturlandschaft
  • die Sicherung von Arbeitsplätzen
  • die Zukunft des ländlichen Raumes als Urlaubs- und Erholungsregion
  • hohe Frische- und Qualitätsstandards
  • artgerechte Tierhaltung
  • eine günstige Umweltbilanz (kurze Transportwege, weniger Verarbeitung, traditionelle Verfahren)
  • Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und
  • die Sicherung der Grundversorgung ermöglicht.


Die Kaufentscheidung jedes Einzelnen hat damit direkten Einfluss auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen!

Partner der "Fairen Stadt" Sonthofen

Folgende Partner im Oberallgäu unterstützen als Direktvermarkter die Idee Bio-Regional-Fair:

Besucher der Alpe Strausberg können mit Beginn der Bergsaison auf der Strausbergalpe in Sonthofen fairen Kaffee, fairen Tee und fairen Kakao genießen. Die Alpe liegt auf 1.290 Metern Höhe unterhalb des Imberger Horns, oberhalb des Strausbergmooses.

Für Bewirtschafterin Andrea Buhl, die zusammen mit ihrem Mann Peter im Tal einen landwirtschaftlichen Biobetrieb führt, war es wichtig, Qualitätsprodukte auf der Alpe anzubieten. So werden neben selbst produzierter Wurst, heimischem Käse und Getränken der hiesigen Brauerei auch Bio-Kaffee, Bio-Tee und Kakao aus fairem Handel angeboten.

Familie Buhl unterstützt damit das Motto der Stadt Sonthofen, regionale Produkte wenn möglich in Bioqualität anzubieten und bei Rohstoffen, die es bei uns nicht gibt, auf Fairtrade-Produkte zurückzugreifen. Nicht von ungefähr ist die Straußbergalpe daher auch Partner des Projekts Alpgenuss, welches auf Ehrlichkeit und Ursprünglichkeit und somit auf Qualität und Regionalität setzt.

Christa und Andrea (von links) freuen sich auf Ihren Besuch und verwöhnen Sie gerne mit qualitativ hochwertigen Produkten
Christa und Andrea (von links) freuen sich auf Ihren Besuch und verwöhnen Sie gerne mit qualitativ hochwertigen Produkten

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