Ortsmitte Altstädten - Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 93 und Innenentwicklungskonzept

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 23. Februar 2021 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 93 „Ortsmitte Altstädten“ beschlossen, um die vorhandenen städtebaulichen Qualitäten und die charakteristische Bebauungsstruktur des Ortskerns von Altstädten zu erhalten.

Flankierend dazu wird ein Innenentwicklungskonzept zusammen mit dem Amt für ländliche Entwicklung für die Ortsmitte Altstädten erarbeitet. Dieses Innenentwicklungskonzept umfasst eine intensive Bürgerbeteiligung, eine umfangreiche Analyse der bestehenden Struktur sowie ein ortsräumliches Konzept.

Zum Auftakt des Prozesses wurde zusammen mit dem ausgewählten Planungsbüro sowie mit dem Amt für ländliche Entwicklung unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen eine Auftaktveranstaltung durchgeführt. Herr Hofmann, vom Planungsbüro Hofmann & Dietz hat im September 2021 mit einer Kartierung und Bestandsaufnahme im Ortskern von Altstädten begonnen. In weiterer Folge wurden zudem Arbeitskreise gebildet, zu denen alle Bürgerinnen und Bürger von Altstädten herzlich eingeladen sind.

FAQs zum Bebauungsplan

- Erhalt vorhandener städtebaulicher Qualitäten, charakteristischer Bebauungsstruktur sowie städtebaulicher Eigenart des Ortskerns von Altstädten.

- Sicherung von verträglichen baulichen Erneuerungen und Ergänzungen (behutsame ortsangepasste Nachverdichtung).

- Erhalt innerörtlicher Grünstrukturen und Freiflächenpotentiale.

rot schraffierter Bereich - Gebiet des Bebauungsplans rot hinterlegter Bereich - Gebiet des Innenentwicklungskonzepts

Derzeit ist der Ortskern von Altstädten baurechtlich gesehen unbeplanter Innenbereich, in dem es nicht oder nur sehr beschränkt möglich ist, bei Neubau, Umbau, Umnutzungen oder Abbruch die städtebauliche Entwicklung zu steuern. 

Der Stadtrat hat die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 93 „Ortsmitte Altstädten“ beschlossen, um einem schleichenden Verlust des Ortsbildes entgegen zu wirken.

Die Veränderungssperre sichert die Planung des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan vor entgegenstehenden Entwicklungen (z.B. Abbruch erhaltenswerter ortsbildprägender Gebäude, unangepasste Bauvorhaben. 

Bauvorhaben (Neubau, Umbau, Abbruch, Umnutzung) sollen der Zielsetzung des Bebauungsplans nicht widersprechen, insbesondere dem Abbruch erhaltenswerter Gebäude während der Planaufstellung soll vorgebeugt werden.

Die Veränderungssperre ist bis zur Fertigstellung des Bebauungsplanes in Kraft, jedoch begrenzt auf zunächst 2 Jahre (ggf. Verlängerung um 1 Jahr).

Rechtsgrundlage der Veränderungssperre ist § 14 Baugesetzbuch (BauGB)

Vorhaben während der Veränderungssperre können ausnahmsweise zugelassen werden, soweit überwiegende öffentliche Belange und die Ziele des Bebauungsplanes nicht entgegenstehen (Einvernehmen der Stadt Sonthofen und Entscheidung der Baugenehmigungsbehörde).

Bauvorhaben (auch verfahrensfreie Vorhaben nach BayBO) müssen vorab mit der Verwaltung und dem Landratsamt Oberallgäu abgestimmt werden.

Erlaubte Vorhaben ohne notwendige Zustimmung durch Verwaltung und Landratsamtes sind Vorhaben, die vor Erlass der Veränderungssperre schon genehmigt wurden, aber auch  Unterhaltungsarbeiten und die Fortführung der bisher ausgeübten Nutzung.

Der Erhalt des Altstädter Ortskerns war in der Bürgerschaft und den kommunalen Gremien in den vergangenen Jahren immer wieder Thema.

Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Ortsmitte wurde im Bau- und Umweltausschuss am 14.01.2021 in Form einer Mitteilung, im Bau- und Umweltausschuss am 04.02.2021 (Vorberatung) und Stadtrat am 23.02.2021 (Beschluss) behandelt.

Aufgrund von Entwicklungen (Bauanfragen, Grundstücksveräußerungen) wurde die Verwaltung vom Stadtrat beauftragt, einem schleichenden Verlust des charakteristischen Ortskerns entgegen zu wirken.

Der Stadtrat hat den Aufstellungsbeschluss für die Erstellung des Bebauungsplanes Nr. 93 „Ortsmitte Altstädten“ am 23.02.2021 gefasst.

Der Bau- und Umweltausschuss hat die Verwaltung beauftragt, ergänzend zum Bebauungsplan eine Zusammenarbeit für ein Innenentwicklungskonzept mit dem Amt für ländliche Entwicklung anzustreben. Aufgabe des beabsichtigten Innenentwicklungskonzeptes ist eine ortsplanerische Analyse (Bebauungsstruktur, Freiraumsituation, etc.) und Erarbeitung eines ortsräumlichen Konzeptes unter Mitwirkung der Bürgerschaft. Es dient damit als Grundlage für den Bebauungsplan.

Auftaktveranstaltung

Ende Juli 2021 fand dazu eine Auftaktveranstaltung statt. Aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen begrenzten Teilnehmerzahl konnten hierzu leider nur die Grundstückseigentümer, die sich innerhalb des Planungsumgriffs befinden, eingeladen werden. Mit dieser Auftaktveranstaltung kann nun der Prozess des Innenentwicklungskonzeptes beginnen. Das Planungsbüro Hofmann & Dietz hat im September 2021 mit einer Kartierung und Bestandsaufnahme im Ortskern Altstädten begonnen. In weiterer Folge wurden zudem drei Arbeitskreise (AK 1 Dorfleben und Soziales, AK 2 Bauen und Nutzungen, AK 3 Öffentlicher Raum und Straßen) gebildet, in welchen zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern von Altstädten verschiedene Handlungsfelder bearbeitet werden. Die ersten Sitzungen der Arbeitskreise haben bereits stattgefunden. Die zweiten Runden fanden im Februar statt. 

Dorfrundgang in Altstädten

Unter großer Beteiligung fand im Zuge des vom Amt für ländliche Entwicklung geförderten Innenentwicklungskonzeptes „Ortsmitte Altstädten“ Ende März ein Dorfrundgang in Altstädten statt. In den vergangenen Monaten wurden Arbeitskreise zu den Themen „Soziales und Dorfleben“, „Bauen und Nutzungen“ sowie „Öffentlicher Raum und Straßen“ durchgeführt. Bei den Arbeitskreisen konnten sich die Altstädter Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einbringen, Stärken und Schwächen zu ihrem Ort zusammentragen und Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Am Freitagnachmittag, den 25. März bot sich nun den Beteiligten die Gelegenheit, sich gemeinsam ein Bild zur Situation vor Ort zu machen.

 

Erster Bürgermeister Christan Wilhelm begrüßte bei schönstem Frühlingswetter die Bürgerinnen und Bürger vor dem Haus des Gastes zum Rundgang im historisch gewachsenen Zentrum. Martin Hofmann vom Planungsbüro „Hofmann & Dietz“ aus Irsee, zuständig für die fachliche Bearbeitung des Innenentwicklungskonzeptes, erläuterte an mehreren Stationen die bisherige Analyse und mögliche Planungsansätze. Bedeutsam beim Dorfrundgang waren der Ortscharakter mit seinen prägenden Gebäuden und erhaltenswerten Baustrukturen, die Verkehrssituation an der Kreisstraße mit Bushaltestelle, aber auch die Nebenstraßen, sowie die Parkplatzsituation. Des Weiteren wurde die Errichtung eines Dorfplatzes und eine abschnittsweise Öffnung des verrohrten Dorfbaches erörtert. Am Ende des Rundgangs stellte Christoph Stöberl vom Fachbereich Stadtplanung das weitere Vorgehen des Innenentwicklungskonzeptes „Ortsmitte Altstädten“ und das darauffolgende Bebauungsplanverfahren vor. Im Anschluss wurde mit Interessierten noch die Situation der Vereinsräume im Haus des Gastes besichtigt.

Zweite Sitzung des Gesamtarbeitskreises

Im Haus Oberallgäu fand Ende April die zweite Sitzung des Gesamtarbeitskreises zum Innenentwicklungskonzept „Ortsmitte Altstädten“ statt. Das Interesse war groß, dies wurde durch die rege Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger deutlich. Der zweite Gesamtarbeitskreis diente der Vorstellung und Diskussion der Zwischenergebnisse der Bestandsanalyse des Innenentwicklungskonzeptes. Erster Bürgermeister Christan Wilhelm begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und dankte für das große Engagement im Prozess des Innenentwicklungskonzeptes. Den Überblick der letzten Monate, der bereits erfolgten Prozessschritte und des Standes übernahm Christoph Stöberl vom Fachbereich Stadtplanung der Stadt Sonthofen. Die fachliche Bestandsanalyse stellte Martin Hofmann vom Planungsbüro Hofmann & Dietz aus Irsee vor, die das Planungsbüro parallel zur Bürgerbeteiligung in Altstädten durchgeführt hatte. Durch den beauftragten Architekten wurden die bauliche Struktur, städtebauliche Missstände, prägende Freiflächen sowie erhaltenswerte Strukturen und Potenziale in der Ortsmitte von Altstädten erhoben.

Im Anschluss an die fachliche Bestandsanalyse stellten die drei Arbeitskreissprecher, Bürger aus Altstädten, die erarbeiteten Ergebnisse der vergangenen Monate vor. Dabei lagen die Schwerpunkte auf den Stärken und Schwächen sowie der Erarbeitung von Maßnahmen in den jeweiligen Themenfeldern „Dorfleben und Soziales“, „Bauen und Nutzungen" “und „Öffentlicher Raum und Straßen“. Die kurze Pause wurde für intensive Gespräche und den Austausch über die vorgestellten Ergebnisse genutzt, welches eine gute Grundlage für die anschließende Diskussion ergab. In der Diskussionsrunde wurden vorgestellte Ergebnisse besprochen, Konflikte zwischen Maßnahmen ermittelt sowie weitere Maßnahmen und Wünsche mitgeteilt. Zum Abschluss des Abends gaben Herr Stöberl und Herr Hofmann einen Ausblick auf die weiteren Schritte und das Verfahren. Die Ergebnisse des Gesamtarbeitskreises werden zunächst in die Analyse mit eingearbeitet. Im Juli 2022 soll der Vorentwurf des Innenentwicklungskonzeptes „Ortsmitte Altstädten“ erstellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern reflektiert werden. Das Innenentwicklungskonzept, welches als Grundlage für die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 93 „Ortsmitte Altstädten“ dient, soll Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Die Stadt Sonthofen bedankt sich für das große Interesse und Engagement am Gesamtarbeitskreis sowie am Prozess des Innenentwicklungskonzeptes „Ortsmitte Altstädten“.

Zur Mitwirkung an diesem Prozess sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger von Altstädten herzlich eingeladen. Rückmeldung hierzu bitte an die Stadtverwaltung, an den Fachbereich Stadtplanung, -entwicklung und Konversion, Katarina Schäfer, entweder per E-Mail: katatrina.schaefer@sonthofen.de oder telefonisch unter Tel.: 08321/615-272.

- Führen des Vergabegesprächs zur Beauftragung des Innenentwicklungskonzeptes - erledigt

- Führen der Vergabegespräche und Einholung eines Vergabebeschlusses zur Auswahl eines geeigneten Planungsbüros für die Erarbeitung des Innenentwicklungskonzeptes und des Bebauungsplanes - erledigt

- Einreichung Förderantrag zum Innenentwicklungskonzept an das Amt für ländliche Entwicklung Schwaben - erledigt

- Beauftragung des Planungsbüro - erledigt

-  Auftaktveranstaltung zum Innenentwicklungskonzept - erledigt

- Aufnahme der Grundlagenermittlung durch Planungsbüro - Ab August/September - hat begonnen, dauert noch an

- Arbeit in den Arbeitskreisen - seit Mitte September - erledigt

- Treffen im Gesamtarbeitskreis, am 28. April - erl. 

-  Erstellung des Vorentwurfs Innenentwicklungskonzept und Reflektion - Juli 22

Abbildung Ablaufplan Innenentwicklungskonzept, Quelle: Hofmann & Dietz, 28.07.2021

Das Planungsbüro Hofmann & Dietz hat mit der Grundlagenermittlung, Kartierung und Bestandsaufnahme der Ortsmitte Altstädten begonnen.

Gegenstand des Innenentwicklungskonzepts ist eine intensive Bürgerbeteiligung mit Öffentlichkeitsveranstaltung und Arbeitskreisen.

Termine für weiteren Sitzungen der Arbeitskreise

2. Sitzung des Arbeitskreis 1 „Soziales und Dorfleben“ am Donnerstag, 18.11.21

2. Sitzung des Arbeitskreis 2 „Bauen und Nutzungen“ am Donnerstag, 24.02.2022

2. Sitzung des Arbeitskreis 3 „Öffentlicher Raum und Straßen“ am Donnerstag, 17.03.2022

Sitzung des Gesamtarbeitskreises am 28.04.2022

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Schäfer, FB Stadtplanung, Stadtentwicklung und Konversion (Tel.: 08321-615-211, E-Mail: katarina.schaefer@sonthofen.de).

Das Bauleitplanverfahren wird gemäß Baugesetzbuch durchgeführt, auch hier ist eine Beteiligung der Bürgerschaft im Rahmen der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 BauGB vorgesehen.

Die Webseite wird ständig dem aktuellen Planungsstand angepasst und ergänzt.

Fragen zum Projekt beantwortet:

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